Vereinsgeschichte des Bürgervereins Ovelgönne e.V.
1953
Die Wurzeln des heutigen Bürgervereins Ovelgönne reichen bis ins Jahr 1935 zurück. Damals gründete Bernhard Carstens einen ersten Gewerbeverein, um das wirtschaftliche Leben im Dorf zu beleben. Ein wichtiger Impuls war die Verbindung des traditionellen Pferdemarktes mit einem Volksfest und einer Gewerbeausstellung, die neue Attraktivität in die Region brachte.
In der Zeit zwischen 1953 und 1958 zeigte sich die Lage Besorgniserregen, als das Interesse am Pferdemarkt drastisch nachließ. Diese Entwicklung spiegelte nicht nur den allgemeinen Rückgang der Pferdezucht wider, sondern bedrohte das gesamte wirtschaftliche und kulturelle Leben des Ortes.
1958
In diesem Jahr wurde ein neuer Anlauf genommen: Der zweite Gewerbeverein wurde gegründet, diesmal unter dem Vorsitz von Berend Carstens. In enger Zusammenarbeit mit dem Rat und der Verwaltung der Gemeinde Ovelgönne konnte der Negativtrend gestoppt werden. Bereits 1959 erlebte der Pferdemarkt eine beeindruckende Wiederbelebung.
Das folgende Jahr brachte weitere Neuerungen: Das Volksfest wurde um ein Sportfest der örtlichen Schulen sowie einen Festumzug mit Wagen erweitert. Auch die Gewerbeschau in der Reithalle entwickelte sich erneut zu einem Publikumsmagneten.
1961
Ein bedeutender Schritt: Der Gewerbeverein wandelte sich zum Bürgerverein Ovelgönne, um ein breiteres Spektrum an Aufgaben und Zielen abzudecken. 1962 übernahm Karl-Heinz Schröder den Vorsitz von Berend Carstens.
In den folgenden Jahren weitete der Bürgerverein seine Aktivitäten stark aus. Die Anregung zur Feier des 450-jährigen Bestehens von Ovelgönne im Jahr 1964 ging vom Bürgerverein aus, der auch maßgeblich an der Organisation beteiligt war. Über ein Jahrzehnt hinweg bot der Verein hochkarätige Vorträge von namhaften Künstlern und Schriftstellern für die Bevölkerung an.
1965
Seit 1965 erstrahlen die Straßen und Plätze des Ortes in der Weihnachtszeit in festlichem Lichterglanz, mit Lichterketten und geschmückten Tannenbäumen. Der ehemalige Schuttplatz wurde in einen Bürgerpark umgewandelt, die Straßenbeleuchtung erhielt durch historische Altstadtlaternen ein neues, charmantes Gesicht. Neue Anpflanzungen und die Umgestaltung des Zigeunerplatzes zu einer Gartenanlage verschönerten das Ortsbild zusätzlich.
Straßen- und Gartenfeste sowie Bürgerversammlungen stärkten das Gemeinschaftsgefühl und riefen zur aktiven Beteiligung an Kommunalwahlen auf. Besonders im Kampf um den Erhalt des Verwaltungssitzes der Gemeinde zeigte der Bürgerverein großen Einsatz.
Der parteipolitisch und konfessionell unabhängige Bürgerverein Ovelgönne hat es sich bis heute zur Aufgabe gemacht, die Erwachsenenbildung zu fördern, das Brauchtum zu pflegen, die Verschönerung des Ortes voranzutreiben, die kommunalen Interessen zu vertreten sowie die Alten- und Jugendarbeit zu unterstützen.
Die Geschichte des Ortes Ovelgönne.
Abgesehen von Chaukensiedlungen um den Beginn der Zeitenrechnung, konnte die Gemeinde nach Anhebung des Meeresspiegels um inzwischen rund 20m nur auf Wurten bzw. nach erfolgtem Deichbau bewohnt werden. Die ersten Bewohner der Gemeinde entstammen der Häuptlingsfamilie Hayo (oder Heio), die in Lynebrok (Linebrok) Burg und Kirche auf einer Wurt errichteten.
Nachdem die Friesen zum christlichen Glauben übertraten, soll ca. 1020/1200 in Linebrok die erste Kirche gestanden haben. In zwei Fehden mit dem Bremern (um ca. 1400) und Oldenburger (Graf Gerd, 1463) wurden Kirchen und Burg zerstört. Die eigentliche Besiedlung begann nach 1500. Nun entstanden die Kirchspiele Großenmeer, Oldenbrok, Ovelgönne und Strückhausen, schließlich im Jahr 1514 nach Unterwerfung der Stadländer und Butjadinger Graf Johann von Oldenburg die Burg Ovelgönne. Sie wurden aus den Material abgebrochener Ringmauern erobert Wehrkirchen erbaut, unter Graf Anton verstärkt und als Residenz eingerichtet.
Für die Wesermarsch war Ovelgönne Verwaltungssitz unter einem Drosten. Zugleich hielt hier ein rechtskundiger „Domdeler“ Gericht für das Stad- und Butjadingerland nach dem Rüstringer „Asegabuch“, 1583 wurde die Festung Ovelgönne verstärkt und eine Schlosskirche eingerichtet. Im Dreißigjähriger Krieg quartierten sich hier (1621-1631) vier Kompanien kaiserlicher Truppen ein. Die dänische Regierung ließ Schloss und Festungswerk 1677 niederreißen. Trotz seiner Bedeutung als Amt- und Gerichtssitz (bis 1879) blieb Ovelgönne ein Flecken.
Seit der Jahrhundertwende, mit zunehmender Konzentration des wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Lebens in der Hafenstadt Brake, wurde Ovelgönne als Verwaltungsmittelpunkt der Wesermarsch zusehendes bedeutungsloser.
Im Rahmen der Gebietsreform wurden 1974 die ehemals selbstständigen Gemeinden Oldenbrok und Ovelgönne zu der Gemeinde Ovelgönne zusammengeschlossen.